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Schritt 1: Ausgaben tracken mit deinem Haushaltsbuch. Das finanzielle Blutbild.

Was dich in diesem Beitrag erwartet:

Inhaltsverzeichnis

Ich denke die meisten von uns haben es bereits schon mal erlebt und vielleicht auch du: Man geht wegen einer Lappalie zum/r Ärzt:in und gefühlt das erste, was man hört, ist: “Da machen wir auf jeden Fall mal ein Blutbild”, was dann wenige Tage später von einem sinngemäßen “Mann, Mann, das sieht nicht gut aus. Sie haben zu hohe XY-Werte.” gekrönt wird. Ohne Blutbild wäre nichts von dem für uns erkennbar und ebenso ist es mit unseren Finanzen.☝️                

 OK, Nein, zugegebenermaßen ist der Fall doch etwas anderes gelagert. Wir haben meist einen besseren Überblick darüber, was uns was kostet als unseren Nährstoffbedarf und die Auswirkungen eines Lebensmittels auf diesen. Dennoch ist die Visualisierung in Form einer Liste mit den eigenen Blutwerten mitsamt der mahnenden Worte des Arztes, für viele ein heilsamer Schock, der sie im wahrsten Sinne das Konsumverhalten hinterfragen lässt und zu Änderungen im Alltag motiviert. 

Bei deinen Finanzen bist du Ärzt:in und Patient:in zugleich. Die Aufgabe dein eigenes finanzielles Blutbild zu erstellen, nimmt dir im Regelfall keiner ab. Das mag auch der Grund dafür sein, dass immer noch zu wenige über ein solches verfügen. Dabei offenbart es häufig Dinge, die uns vorher in ihrer Intensität nicht bewusst waren. 

Bei einem meiner Freunde offenbarte es zum Beispiel einen deutlich erhöhten Wert an Vitamin T wie Tankstelle. Er ist Single, ein Mann der ‘alten Schule’ und ließ sich tatsächlich jeden Morgen seine Frühstücksbrote von den freundlichen Angestellten an der Frischetheke der nahegelegenen blauen Tankstelle schmieren.🙄 Kostenpunkt pro Tag: ca. 7,-€.  Klingt nicht viel, doch auf den Monat gesehen ergab sich hier ein Beitrag bei ihm von ungefähr 150,-€. Hundertfünfzig Euro. Für belegte Brote. Von der Tankstelle.

Wozu ein Haushaltsbuch führen?

Ich und meine Frau, die wirklich sehr bewusst konsumieren, haben damals nach den ersten Monaten Ausgaben-Tracking (Die Menschen, die früher als Kinder immer vorne im Bus saßen, nennen es auch Haushaltsbuch. Ich saß meistens in der Mitte und verwende deshalb beide Begriffe) festgestellt, dass wir uns um grob 300,-€ bei unserer groben Schätzung der monatlichen Ausgaben vertan hatten. 

Doch was bringt dir das Wissen über die Höhe und Art deiner Ausgaben? Das Visualisieren der Ausgaben verschafft dir im Abgleich mit deinen Einnahmen eine Vorstellung über dein monatlich verfügbares Budget. Zugleich offenbart sich auch die ein oder andere offensichtlich unnötige bzw. unnötig ‘hohe’ Ausgabe, bei der du nachhaltig ins Grübeln kommst. 

Denke dabei immer daran, was ich schon anderer Stelle über die finanzielle Freiheit sagte: Es geht dabei nicht um Verzicht, sondern immer um die Frage, ob du nicht den gleichen ‘Erfolg’ auf anderem Wege erreichen kannst. Wie du ‘unvermeidbare’ Ausgaben, also beispielsweise Strom, Essen etc. effizienter im Sinne von günstiger gestaltest, zeige ich dir in Zukunft bei meinen konkreten Spartipps.

Bedenke bei deiner Auflistung auch die Ausgaben, welche nur ein mal im Jahr oder quartalsweise abgerechnet werden, aber eigentlich monatliche Ausgaben sind, um möglichst exakt vorzugehen. Damit meine ich vor allem Kosten wie Versicherungen, Abschlagszahlungen etc. Ganz wichtig: Es geht hier im Optimalfall nicht darum, dass du durch dein Haushaltsbuch merkst, dass dein Einkommen deine Ausgaben deckt, sondern darum zu berechnen, wie viel frei verfügbares Einkommen dir für die nachfolgenden Schritte deiner Vermögensplanung zur Verfügung steht. Keine Sorge, du kannst ruhig schon die nächsten Schritte lesen und musst nicht erst monatelang deine Ausgaben tracken.

Solltest du aber unter dem Problem leiden, dass deine Einnahmen nicht (mehr) deine Ausgaben decken und kannst belegte Brote von der Tankstelle als Ursache ausschließen, ist ein Ausgaben-Tracking umso mehr angeraten, um die größten Kostenfaktoren herauszufiltern. 

Liste hier auch unbedingt so unbequeme Dinge wie Dispozinsen auf, die gerne mal vergessen gehen. Du wirst merken, dass wir viel unbewusst ausgeben. Gerade kleine, sich wiederholende Beiträge sind hier häufig auf Monatssicht ein enormer Faktor. Eine berühmt-berüchtigte Führungskraft der Capitol Lebensversicherung hatte schon recht, als sie sagte: “Der Teufel ist ein Eichhörnchen”. Daher solltest du auch nicht deine Ausgaben als einen großen Topf auflisten, sondern Unterkategorien für Lebensmittel, Strom und Versicherungen führen, um einen möglichst genauen Überblick zu haben.

Ich bin mir sicher, dass du ein möglichst genaues Auflisten deiner Ausgaben spätestens nach einem Jahr sehr zu schätzen weißt, da du dann im Vergleich zum Monat des Vorjahres den Erfolg deiner Optimierungsmaßnahmen sehen wirst. Glaube mir, es motiviert ungemein, wenn man bei einem Kostenpunkt auf ein mal 30% weniger Ausgaben hat, ohne Nachteile zu haben.

Wie liste ich die Ausgaben am effizientesten auf?

Ich gehe davon aus, dass du die Vorteile des Ausgaben-Trackings verstanden hast und nun am liebsten gleich loslegen willst. Das solltest du auch, doch überlege dir am besten vorher, auf welche Weiße du das tun möchtest, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie mühsam es ist, nachträglich nochmal die Methodik zu ändern. 

Ich liste dir hier einige Möglichkeiten auf, die dir dabei helfen sollen eine Entscheidung zu fällen und jede für sich Vor- und Nachteile haben. Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten. Die Liste erhebt alles andere als einen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt dir aber ganz gut, welche verschiedenen grundsätzlichen Möglichkeiten es gibt. Am Ende ist es eine Typ-Frage. 

Apps und Programme für das Ausgaben-Tracking

1. Für Puristen: Excel

Ich weiß, dass es dort draußen einige Excel-Kung-Fu-Meister gibt, die nicht ohne ihre Zeilen & Spalten leben können. Tatsächlich verwalten auch viele aus meinem Freundes- und Familienkreis ihre Finanzen in Excel. Und ich kann das auch ein Stück weit nachvollziehen. Wer sich ein bisschen in Excel auskennt kann sowohl die Dateneingabe als auch Darstellung beliebig anpassen. Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wie ihr noch sehen werdet, da nicht jede Anwendung die exakte Aufschlüsselung der Ausgaben ermöglicht. 

Es gibt auch bereits viele kostenlose wie kostenpflichtige Vorlagen, die einem viel von der Anfangsarbeit abnehmen. Es gibt auch tolle Anleitungen auf Youtube, welche dir erklären wie du deine eigenen Vorlagen mit übersichtlichen Dashboards baust. 

Wer über kein Microsoft-Office-Paket verfügt, greift zu den kostenlosen Alternativen von OpenOffice oder LibreOffice, muss hier aber häufig in Kauf nehmen, dass Vorlagen mit Makros meistens nicht oder nur fehlerhaft funktionieren. 

Nachteile der Excel-Methode können sich dann ergeben, wenn dein Haushalt aus mehr als dir selbst besteht. In der Regel bringt es gerade bei Partnerschaften, die sich die Ausgaben aufteilen, relativ wenig nur einen Teil in dein Haushaltsbuch einzutragen.

 Jetzt stellt sich die Frage inwiefern du und dein/e Partner:in es als zumutbar betrachten sich regelmäßig Abbuchungen zuzurufen und Belege zu überreichen. Wenn dein/e Parnter:in dann auch noch zu der ‘Mach-ich-morgen-Fraktion’ im Sinne von ‘Mach-ich-niemals’ gehört, die fortwährend Belege verliert oder nur verspätet übergibt, könnte das je nach eurem Gemüt für, ich nenne es mal         Dynamik😤 sorgen. 

Natürlich könnt ihr auch theoretisch eure Liste gemeinsam am gleichen PC führen oder die Datei über eure Dropbox oder ähnliches verwalten, aber das ist meiner Erfahrung nach schon häufig eine Hürde, welche die wenigsten nehmen wollen, da es einfach unbequem ist. 

Abseits dessen halte ich Excel für die Nutzung auf dem Handy eher für ungeeignet. Für Menschen wie mich, die Ausgaben gerne direkt dann eintragen, wenn sie anfallen, ist es also eher nicht der richtige Weg. Ich trage tatsächlich meine Wocheneinkäufe noch draußen auf dem Parkplatz in die Handy App ein, da so nichts vergessen geht. 

Excel Haushaltsbuch
So könnte beispielsweise eine einfache, aber effektive Excel-Liste aussehen. Mit einem Klick auf das Bild gelangst du zur Vorlage von Spartipp-Haushaltsbuch.de
Zusammenfassung:

2. Der Autopilot: Finanzguru*

Finanzguru Haushaltsbuch Logo
Quelle: Finanzguru - Mit Klick auf die Seite*

Es mag ja tatsächlich Leute geben, für die das Anziehen ihrer Hose wochenends schon ein unzumutbares Maß an Überwindung darstellt und jetzt schon bei dem Gedanken daran, fortwährend Ausgaben aufzulisten, ehrfürchtig zusammenzucken. Für all diese Menschen gibt es eine Antwort: Finanzguru*.

Die App aus Deutschland, die sowohl für iOS als auch Android entwickelt wurde, nimmt dir durch die direkte Verknüpfung mit deinen Bankkonten einen Großteil der Haushaltsbuchführung ab. Nach dem Download kannst du alle deine Bankkonten verknüpfen, die vom Finanzguru überblickt werden sollen. Die App erkennt dann ohne dein Zutun um was für Ausgaben es sich handelt und unterscheidet dabei zwischen Einmalausgaben und Verträgen. So zumindest die Theorie, doch funktioniert das auch in der Praxis. Verkürzt gesagt: Überraschenderweise Ja.

Die meisten deiner Ausgaben werden automatisch in entsprechende Kategorien wie “Lebensmittel”, “Versicherungen” oder “Streaming & Pay-TV” zugeordnet. Dabei wird auch erkannt wo du das Geld ausgeben haben bzw. wo der entsprechende Vertrag geführt wird, zum Beispiel bei Aldi, Allianz oder Netflix

In einer gesonderten Ansicht siehst du dann alle deine laufenden Verträge, die nach Monats- und Jahresverträgen sortiert werden. Warum mich gerade diese Funktion so begeistert, hat nicht in erster Linie mit der Haushaltsbuch-Funktion zu tun, sondern damit, dass ich die meisten Verträge tatsächlich aus der App heraus kündigen kann. Gerade für die Menschen, die vorsichtig formuliert durch ihre nur spärlich genutzte Fitnessstudio-Mitgliedschaft einzelne Pumper seit Jahren quersubventionieren, ist diese Funktion ideal. Dazu an anderer Stelle mehr.

Bei meinen Ausgaben musste ich einige Buchungen von Hand nachbessern, was aber teilweise verständlich ist bei Bezeichnungen wie “Geschenk Julia”. Dafür habe ich dann kurzer Hand die eigene Kategorie “Geschenke” angelegt und den Betrag dort einsortiert. Aber auch darüber hinaus, wurden Buchungen hin und wieder fälschlicherweise als Verträge erkannt, die eigentlich nur Einkäufe von uns waren.

Finanzguru Haushaltsbuch
Quelle: Finanzguru*
Finanzguru Haushaltsbuch 2
Quelle: Finanzguru

Kommen wir zu dem für uns spannenden Teil: Das Haushaltsbuch. Mit Hilfe der Analyse-Funktion erstellt die App eine Auswertung deiner Ausgaben, die dir zeigt wie hoch deine monatlichen Ausgaben für diese oder jene Kategorie sowohl in Euro als auch Prozent ausfiel. 

Dabei wird auch direkt ein Trend anhand der Vormonate aufzeigt, was meiner Erfahrung nach recht gut funktioniert, aber natürlich auch auf die Ausgabenart ankommt.  Wenn sich beispielsweise dein Tarif für die Bahnfahrt überraschend von 0 auf 60 Euro erhöht, so ist der Trend wohl eher wenig aussagekräftig, ebenso wie bei Sondertilgungen für etwaige Kredite. 

Er kann aber durchaus die Leute wachrütteln, deren Konto zunehmend zu einem Who’s Who von Streaming-Anbietern verkommt.

Was für meine Ansprüche nicht ganz so gut funktioniert, aber man der App nicht vorwerfen kann, ist die Aufschlüsselung einzelner Beträge in mehrere Kategorien. Wenn ich beispielsweise Drogerieartikel, Lebensmittel etc. in einem Laden kaufe und dann die einzelnen Beträge den Kategorien zuweisen möchte, kann die App das natürlich nicht wissen, da sie meinen Kassenbon nicht kennt. 

In diesem Fall müsstet ihr den Betrag selbst splitten und die ursprüngliche Buchung löschen. Das nur als Hinweis für die Menschen wie mich, die es ganz genau haben wollen.

Diese Menschen werden aber dann der App wieder dankbar sein, wenn sie jeder Zeit die komplette Übersicht über ihre Kredite in einer App haben wollen. Wenn man zum Beispiel ein mal die Daten der Wohnbaufinanzierung eingibt, passt die App automatisch den Restbetrag anhand der aktuellen Zahlung an. 

Und das beste: Finanzguru kann auch mit anderen Personen des Haushalts genutzt werden, wenn man sich mit dem gleichen Account anmeldet. So kann man Ausgaben zusammen überblicken und mehrere Konten im Finanzguru-Account hinterlegen.

Finanzguru Haushaltsbuch 2
Quelle: Finanzguru
Ist Finanzguru kostenfrei?

Die gute Nachricht: Alle Funktionen, die ich dir beschrieben habe, sind in der kostenfreien Variante von Finanzguru enthalten. Der erhebliche Nachteil ist jedoch, dass nur die letzten 3 Monate analysiert werden und du somit nicht den langfristigen Erfolg deiner Optimierungsmaßnahmen siehst. Dafür brauchst du dann die “Plus”-Variante, die nach der 30-tägigen kostenfreien Testphase mit 2,99€ je Monat zu Buche schlägt. Darin enthalten ist dann auch eine Budget-Funktion, die dir anhand deiner zukünftigen Aussage automatisch ausrechnet, wie viel freies Einkommen du am Ende des Monats noch hast. Alles in allem auf jeden Fall einen Blick wert. Das gilt vor allem dann, wenn du Mühe hast dein Haushaltsbuch zu führen und es schon nach wenigen Wochen die Lust verlierst. 

Zusammenfassung:

3. Für visuell Veranlagte: Monefy

Monefy Haushaltsbuch Logo

Für visuelle Menschen, die auf ein Übermaß an Komfortfunktionen verzichten und dafür lieber möglichst exakt alles selbst aufschlüsseln wollen, könnte Monefy interessant sein, das hier stellvertretend für Apps steht, die keine Bankkontoverknüpfung vorsehen. Die App ist sowohl für iOS als auch Android-Systeme geeignet und lässt sich sehr intuitiv bedienen. Das Bild, das du hier siehst, ist im Prinzip bereits die ganze Oberfläche und damit sehr aufgeräumt. 

Über die zwei großen Buttons unten legst du deine Ausgaben bzw. Einnahmen an und kannst diese dann entweder den vorgegebenen Kategorien zuweisen oder nach Eingabe des Betrags selbst eine Kategorie erstellen. In der kostenlosen Version sind dabei grundsätzlich alle Funktionen zum Erfassen deiner Zahlungen enthalten, jedoch würde mir bzw. uns das nicht ausreichen. 

Funktionen wie wiederkehrende Zahlungen und die Möglichkeit zur Synchronisierung mehrerer Geräte (beispielsweise das von dir und deiner/m Partner:in) sind nur in der kostenpflichtigen Monefy-Pro-Variante enthalten. Je nachdem als wie elementar du diese Funktionen betrachtest, solltest du direkt zur kostenpflichtigen Version greifen. Diese kostet einmalig 2,99 €. Aus meiner Sicht ein mehr als fairer Preis, da man hier wirklich eine solide App mit allen wichtigen Haushaltsbuch-Funktionen bekommt. 

Offen gestanden mag ich auch, dass mir die App nicht alle Aufgaben abnimmt, sondern ich selbst meine Ausgaben eintrage. Der Grund dafür ist, dass ich beim Eintragen einer gerade getätigten Bestellung, häufiger nochmal darüber nachdenke wie sinnvoll diese Ausgabe war/ist und mir auch den Preis erneut ‘vor Augen’ halte. Nicht selten hatte ich dann Gedanken wie “Brauche ich wirklich eine Ameisenfarm?” und habe dann doch nochmal auf den Stornieren-Button gedrückt. Off-Topic: Ich habe im Alter von 21 Jahren tatsächlich mal in einer ‘Bierlaune’ eine Ameisenfarm bestellt und dann relativ schnell gemerkt, dass ich nicht als Ameisenfarmer tauge. Auch an dieser Stelle Danke an meine Frau, die das immer wieder gerne in größeren Gesprächsrunden als Beispiel für unnötige Ausgaben erwähnt.🙄

Monefy Haushaltsbuch
Das User-Interface, das du beim Öffnen der App siehst.
Monefy Haushaltsbuch 2
Wie bereits erwähnt kannst du auch eigene Kategorien erstellen. "Sookie" ist zum Beispiel unsere Katze.

Was die App dir aber auf jeden Fall abnimmt, ist das freie Einkommen für den Monat zu berechnen. Wenn du alle wiederkehrenden Auszahlungen und Einzahlungen angibst, dann sagt dir die App automatisch wie viel Budget du am Ende des Monats noch hast. Hier gibt es dann aber einen erheblichen Nachteil aus meiner Sicht: Die wiederkehrenden Beiträge musst du selbst händisch anpassen, da sonst die gesamte Berechnung falsch ist. Gerade Versicherungen, Abschlagszahlungen für Wasser, Strom etc. ändern sich regelmäßig. Folglich müsst ihr auch immer eure wiederkehrenden Zahlungen anpassen. 

Eine Aufgabe die euch Finanzguru zum Beispiel abnimmt. Was mir hin und wieder auch fehlt, ist der direkte Vergleich mit den Ausgaben aus dem Vorjahr. Hier wäre eine motivierende Auswertung der Zahlen schön, die einem zeigt wie stark sich die Ausgaben im Vergleich reduziert haben. Hierfür musst du dann schon selbst in die jeweilige Jahresansicht gehen und die Zahlen vergleichen.

Ich bin ein großer Fan der App, da sie meinen individuellen Ansprüchen an ein Haushaltsbuch gerecht wird, aber eben auch nicht darüber hinaus. Eben das ist die Typ-Frage, die ich zu Beginn meinte. Wenn du dich verständlicherweise sowieso schon schwer tust stupide Sachen lange durchzuziehen, ist die App wahrscheinlich eher nichts für dich, da sie dir kaum Arbeit abnimmt. 

Es gibt auch noch viele weitere Apps dieser Machart, die vielleicht auch eher deinen Ansprüchen genügen. Suchst du im App Store nach Monefy, werden dir direkt auch noch andere entsprechende Apps vorgeschlagen.

Monefy Haushaltsbuch 2
Zusammenfassung:

4. Für alle, die es ganz genau wissen wollen: StarMoney*

StarMoney Haushaltsbuch Logo
Quelle: Star Finanz Gmbh

Es gibt die Leute, die für alles eine Handy-App brauchen, ich weiß. Ich gehöre tatsächlich nicht dazu. Wenn ich die Wahl habe, arbeite ich tatsächlich immer noch lieber am Desktop-PC als am Handy oder Tablet. Ich komme mir gerade bei stupiden Aufgaben immer ineffizient vor, wenn ich sie mobil erledige. Vor allem wird mein Genauigkeitsfimmel was Daten angeht, selten bis nie von den Möglichkeiten diverser Apps unterstützt.

Wenn es dir genauso geht, könnte StarMoney* die richtige Antwort für dich sein. Gerade wenn du mehrere Konten hast, wovon ich spätestens nach Schritt 2 der Finanzplanung ausgehe, kann ein Programm wie StarMoney dir helfen, das dich ähnlich wie Finanzguru alle deine Konten, Verträge, Karten und Depots in einem Programm verwalten lässt. Dabei gefällt mir vor allem das übersichtliche Dashboard, das die wichtigsten Informationen zentral sammelt.

Quelle: Star Finanz Gmbh

StarMoney erkennt anhand deiner Umsätze ebenfalls deine Verträge und erinnert dich daran, wenn die Kündigungsfristen verstreichen. Bei Bedarf kannst du dann auch mit Hilfe des StarMoney-Partners Aboalarm direkt aus dem Programm heraus kündigen.

Was mir sehr gut gefällt sind die verschiedenen Formen der Übersichten und Auswertungen. Hier hat man jederzeit seinen Überblick über Gesamtvermögen (Bausparverträge, Depot, Konten etc.) und kann die Entwicklung der Ausgaben über die Jahre hinweg vergleichen. 

Riesiger Nachteil aus Sicht von Apple-Nutzern: Das Programm läuft sowohl in der Basic* als auch Deluxe* Version nur auf Windows-Systemen. Erst in der StarMoney Flat Version läuft das Programm auch auf Mac und als Mobile App auf iOS und Android. Die Kosten dafür schlagen mit 5,49 € zu Buche und wären mir offen gestanden zu viel. 

Die von mir beschriebenen Funktionen erhältst du alle in der Deluxe-Variante, die momentan 3,79€ als Abo kostet oder einmalig 83,90€. In der Basic-Version ist leider keine Depotunterstützung gegeben und somit ist sie für unsere Zwecke nicht geeignet. Am besten verschaffst du dir selbst nochmal einen Überblick über die verschiedenen Funktionen der Versionen.

Werde ich StarMoney auf Dauer nutzen? Ich kann es dir tatsächlich nicht beantworten. Das Pfennigfuchsergen in mir hat ein Problem mit den regelmäßigen Kosten bei StarMoney. Auf der anderen Seite bin ich sehr angetan von dem übersichtlichen Dashboard, das bei meinen bzw. unseren mittlerweile sehr vielen Konten und Depots durchaus seine Berechtigung hätte. 

5. Das Haushaltsbuch deiner Bank

Sparkasse Haushaltsbuch

Wahrscheinlich gehörst du auch zu den meiner Wahrnehmung nach 95% der deutschen Bevölkerung, die nicht wissen, dass ihr Online-Banking häufig auch ein Haushaltsbuch hat. Wahrscheinlich, weil die meisten kein Haushaltsbuch führen. Nach dem Test des Haushaltsbuchs eines meiner Banken, der Sparkasse, fällt mir mindestens ein anderer Grund ein: Es funktioniert nicht wirklich. 

Doch fangen wir erst mal mit den positiven Dingen an. Wie gesagt bieten viele Banken von Haus aus ein Haushaltsbuch an, das meist Finanzmanager, Finanzplaner oder ähnliches genannt wird. Und wie sollte es anders sein? Es ist kostenlos. Wie Finanzguru verknüpft es sich auch mit deinem Konto und liest automatisch die Umsätze aus und weist diese verschiedenen Kategorien zu. Zumindest bei der Sparkasse besteht auch die Möglichkeit Konten von anderen Banken dem “Finanzplaner” hinzuzufügen.

Dieser gibt ähnlich wie Finanzguru eine Prognose für deinen Kontostand am Monatsende ab, die auf Basis deiner bisherigen Umsätze berechnet werden. Das funktioniert teils gut, zum Beispiel wenn erwartete Mieteinnahmen prognostiziert werden, aber teils auch gar nicht, wenn Umbuchungen zwischen zwei Konten als Ausgabe erkannt werden. Hier bleibt dir nichts anderes übrig als diese Ausgaben händisch auszuwählen und dem Finanzplaner zu sagen, dass er die Ausgabe ignorieren soll. 

Auch das automatische Zuweisen von Ausgaben zu Kategorien funktioniert eher schlecht als recht. Ich weiß nicht wie du das siehst, aber würdest du Einkäufe bei “World of Sweets” oder “Dein Whisky” der Kategorie “Gesundheit und Wellness” zuweisen? Es ist ja nicht so, dass ich die entsprechenden Produkte nicht genossen hätte, aber dennoch erscheinen sie mir dort dezent falsch aufgehoben. Und eben das kommt häufiger vor, wodurch ich mit den Korrekturen mehr Zeit verbringe als wenn ich die Ausgaben direkt manuell eingeben würde. 

Und was für meine Zwecke gar nicht geht, ist, dass die Ausgabenkategorien fest vorgeben sind und man keine eigenen ergänzen kann. Für mich ist der Sinn eines Haushaltsbuchs nun mal, dass ich Ausgaben möglichst exakt aufschlüssele, um mich selbst zu kontrollieren. Sie sollen ja eben nicht in groben Kategorien untertauchen.

 

Da die Zuweisung zu den Kategorien leider nur mäßig funktioniert, bringt dir die ansonsten sinnvolle Budgetfunktion nicht allzu viel. Hier kannst du Budgets vorgeben für die verschiedene Kategorien. Sollten in einem Monat die Ausgaben für ein Budget überschritten werden, zeigt dir der Finanzplaner das in einem schicken rot an.

Ich denke du hörst alles in allem heraus, dass ich nicht besonders angetan bin. Für mich ist der Finanzplaner mit mehr Stress verbunden als alle anderen Lösungen, die ich dir hier vorgestellt habe. Für mich ist Sparen und Haushaltsbuch führen tatsächlich auch mit Spaß verbunden und den habe ich hier gar nicht empfunden. Schau dir bitte trotzdem das Haushaltsbuch deiner Bank an. Alles was ich hier bemängelt habe, muss nicht auf deine Bank zutreffen

Sparkasse Haushaltsbuch 2
Zusammenfassung:

In Schritt 2 erfährst du, wie du deine neu gewonnenen Informationen verwerten kannst. Ziel dessen ist es dich gegen verschiedene Eventualitäten abzusichern und dass du dich allgemein wohler fühlst mit deiner persönlichen Finanzplanung.

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