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Umstellung auf LED – Spartipp #1

Was dich in diesem Beitrag erwartet:

Inhaltsverzeichnis

Viele mögen jetzt sicher denken “2010 hat angerufen und will seinen Spartipp zurück”. Das könnte ich auch nachvollziehen, da es mittlerweile nahezu eine Selbstverständlichkeit geworden ist, kaputte Glühbirnen mit LEDs zu ersetzen. Doch wenn ich dann hin und wieder mal auf die Spots und sonstigen Lampen bei Freund:innen schiele, ‘lachen’ mich erstaunlich oft noch Halogenlampen an. Jetzt ist es gerade aus meiner Sicht ja aller Ehren wert, Dinge erst dann auszutauschen, wenn sie auch kaputt sind, aber tatsächlich tut ihr damit häufig weder eurem Geldbeutel noch dem Klima einen Gefallen.

1. Wann lohnt sich eine sofortige Umstellung auf LED-Lampen?

Wir wohnen erst seit März 2020 in unserem Haus, das 1998 gebaut wurde. Um die Jahrtausendwende war an LED noch nicht wirklich zu denken und dem ist es auch geschuldet, dass die meisten Lampen noch Halogen-Leuchtmittel haben. 

Die Vorbesitzer:innen hatten jedoch ganz offenbar ein Faible für abgehängte Decken mit Spots. Insgesamt sind es 102 Spots und sonstige Lampen, davon nur 3 mit LED ausgestattet. Uff. Entsprechend ‘auffällig’ war auch die erste Stromrechnung im Vergleich zu unserer vorigen Wohnung und das obwohl wir allgemein sehr sparsam sind was den Stromverbrauch angeht. Bei uns brennt nie eine Lampe ‘unnötig’. 

Deswegen wollten wir auch nicht alle Lampen tauschen, sondern in erster Linie die, bei denen auf absehbare Zeit (bis 4 Jahre) eine reale Ersparnis eintritt. Wenn du nicht weißt, wie man die Watt deiner Lampen in den konkreten Stromverbrauch umrechnen kannst, ist das keine Schande, du bist in bester Gesellschaft mit vielen anderen. Im Prinzip ist es aber ganz einfach. 

2. Wie berechne ich den Stromverbrauch?

Schau dir zuallererst an wie viel Watt deine Leuchtmittel haben. Diese steht in der Regel auf der Fassung deiner Glühbirnen. Dann solltest du möglichst genau schätzen wie viel Stunden die entsprechenden Lampen im Raum pro Jahr brennen. Bedenke dabei auch immer die Lichtunterschiede zwischen Sommer und Winter. Die Anzahl der Stunden multiplizierst du mit den Watt der Lampen und erhältst so die Wattstunden (Wh). Geteilt durch 1.000 erhältst du dann die gängige Einheit um den Stromverbrauch anzugeben: Kilowattstunden (kWh). 

Diese Zahl kannst du dann mit dem kWh-Preis deines Stromanbieters multiplizieren. Dieser ist in Deutschland mit 31,98 Cent pro kWh vergleichsweise hoch. Ein reales Beispiel zur Berechnung aus unserer Küche:

7 Spots a 35 Watt * 730 Stunden im Jahr = 178.850 Wattstunden

Geteilt durch 1.000 ergeben sich so ca. 179 Kilowattstunden.

Multipliziert mit 31,98 Cent pro kWh ergeben sich Kosten in Höhe von 57,24€.

Und das pro Jahr.

 Man muss dazu sagen, dass wir viel Zeit in der Küche verbringen, da wir gerne Kochen und auch abends mit Freund:innen in der Küche am Tresen sitzen. Diese 7 Lampen haben wir nun durch 7 LED Leuchtmittel mit 3,7 Watt ausgetauscht, also ein etwa 9 mal geringerer Stromverbrauch als zuvor. In die obige Formel eingegeben, ergibt sich nur noch ein Stromverbrauch von ca. 19 kWh und Kosten von 6,08€ pro Jahr. Eine Ersparnis von ca. 51,-€

Sowas macht sich als Ersparnis sehr schön im Jahresvergleich des Hauhaltsbuchs. Natürlich sollte man hier noch die Kosten für die LEDs in Höhe von jeweils 2,60 € abziehen, aber auch so hat sich die ‘Investition’ in die Umstellung bereits im ersten Jahr gelohnt. Für das Klima sowieso. Selbst bei dem deutschen Strommix, der schon zu einem großen Teil aus erneuerbaren Energien besteht, entstehen immer noch 366g CO2 pro kWh.

3. Warum haben wir nicht alle Lampen auf LED gewechselt?

Jetzt wäre es ja naheliegend in einem Rutsch gleich alle Lampen auszuwechseln, aber manche unsere Lampen brennen weniger als 5 Minuten am Tag und haben sowieso schon wenig Watt. Hierbei hätten sich die Kosten erst nach über 20 Jahren amortisiert. In dem Fall warten wir dann doch bis die Lampen das Zeitliche segnen und tauschen sie dann aus.

4. Worauf muss ich beim Lampenkauf achten?

Auch hier ist Unwissenheit keine Schande. Ich musste auch nochmal nachschauen, was es mit den einzelnen Zahlen auf sich hat. Die wichtigsten habe ich dir hier nochmal aufgeschrieben, aber es gibt auch viele Seiten, die das nochmal genauer aufschlüsseln. Was ich dir ganz grundsätzlich empfehlen würde, ist LEDs von einem namhaften Hersteller zu kaufen. Wir hatten anfangs ‘günstige’ LEDs in der Küche, von denen eine exakt 2 Stunden und eine andere wenige Wochen gehalten hat.

Eine gute Suchfunktion findest du auf pollin.de*, wo du sehr genau deinen Bedürfnissen entsprechend filtern kannst. Vergleiche aber am besten nochmal die Preise, um die Ersparnis zu erhöhen.

Fassung: Die wichtigste Komponente bei der Lampenauswahl. Die Art der Fassung steht in der Regel auch auf der Lampe. Spots sind in der Regel zum Beispiel GU10, oder GU5.3.

 

Lumen: Gibt an wie Licht von der Lampe abgestrahlt wird. Am besten kaufst du eine LED, die eine ebenso hohe Lumenzahl hat, damit du dich nicht über das schwächere Licht wunderst. Du kannst natürlich auch mehrere Lampen mit einer geringen Lumenzahl durch wenige mit höherer Lumenzahl ersetzen, um zusätzlich Energie einzusparen.

 

Watt: Meistens steht bei den LEDs etwas wie “Ersatz für XY Watt” dabei. Daher kannst du dich anhand der Watt deiner bisherigen Leuchtmittel auf die Suche nach gleichwertigen LEDs machen.

 

Lichtfarbe: Auch hier solltest du genauer hinschauen. Kaltweiß ist in der Regel ein sehr grelles Licht, das man eher in Badezimmern oder Kellern verwendet. Warmweiß verwendet man meist in Wohnzimmern, Schlafzimmern etc.

5. Wie viel haben wir insgesamt eingespart?

Vorher

Nachher

Anzahl Lampen insgesamt

102

102

Anzahl LEDs

3

70

Jahresstromvebrauch Licht in kWh

451

76,60

Gesamtkosten in Euro (Ökostrom 29,3 Cent pro kWh)

132 €

22,44 €

Kosten Einkauf neue LEDs

0

109,40 €

Gesambetrag erstes Jahr

132,- €

131,88 €

Ersparnis erstes Jahr

0 €

0,22 €

Ersparnis Folgejahre

0 €

109,56 €

CO2-Ausstoß in KG pro Jahr

165,07 KG

28,04 KG

Bei einem Gesamtaufwand von nicht mal 2 Stunden sind 110,-€ Ersparnis in den Folgejahren auf jeden Fall ein tolles Ergebnis. Da die Stromkosten auch eher zu- als abnehmen ist ein sofortiger Wechsel auf LED meist lohnenswert. Abseits dessen ist die CO2-Einsparung natürlich ein schöner Nebeneffekt. 

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